Langzeitstillen

Ja, unser 2jähriger Sohn wird noch gestillt. Dabei hatte ich das weder erwartet noch geplant. Vielmehr war es so, dass ich mich in den ersten Stillwochen gefragt habe, wie ich zur Hölle die empfohlenen ersten 6 Monate stillend überstehen soll. Erst hatte ich fiese Schmerzen und wunde Brustwarzen, danach ein zu kleines Stillhütchen, das sich eines Nachts mit Blut statt mit Milch füllte. Mit einem größeren Stillhütchen klappte es besser, aber irgendwann war ich das Geplemper leid. Den Entschluss, mir die Stillhütchen abzugewöhnen und mich intensiv mit meiner Anlegetechnik zu beschäftigen, fasste ich, als mein kleiner Sonnenschein die Brustwarze durch die Löcher des Hütchens sog…

Natürlich sind wir mittlerweile ziemliche Exoten. In der Kita, im Freibad oder auf größeren Festen sind wir meistens das einzige Kleinkind-Mama-Stillgespann. Manche gucken verwundert, viele amüsiert, wenn er »Nuckeln!« ruft oder deutlich eine bestimmte Brust fordert.

Häufige Fragen

»Und wie lange willst du ihn noch stillen?« Meine Antwort ist jedes Mal: »So lange er und ich das noch schön finden.« Dabei ist es nicht so, dass ich ihm »richtiges« Essen entziehe oder ihm meine Brust ständig unter die Nase halte. Und wenn ich mich in einer Situation mal nicht auspacken möchte, sage ich ihm, dass wir uns erst ein ruhigeres Plätzchen suchen müssen. Das versteht er, weil er ja eben schon 2 ist.

»Schläft er denn trotzdem durch?«, ist meistens die nächste Frage. Selten, allerdings schlafen wir trotz nächtlicher Unterbrechungen ziemlich gut, weil ich dank Familienliegewiese zum Stillen nicht aufstehen muss. Ranrobben, Brust raus, andocken, weiterschlafen.

Natürliches Wunderwerk

Stillen ist für uns kuscheln, runterkommen, Nähe, rumalbern, einschlafen, trösten, wenn nichts anderes mehr geht und so viel mehr. Außerdem habe ich das Gefühl, dass er beim Stillen klein sein darf in einem Alter, in dem er so oft »ein großer Junge« sein soll.

Natürlich haben meine Brüste rein optisch schon bessere Zeiten gehabt, aber was sie eigentlich für ein Wunderwerk sind, verstehe ich erst jetzt. Sie scheinen tatsächlich mitdenken zu können. Wenn unser Sohn aus ihnen trinken möchte, produzieren sie Milch. Wenn er aber den ganzen Tag nicht gestillt werden möchte, legen sie auch keine Vorräte an. Ein »volles« und spannendes Gefühl wie in seinen ersten Lebensmonaten gibt es nicht mehr.

Stillhilfen

Neben meinem verständnisvollen Mann und meiner tatkräftigen Hebamme haben mir das Buch Intuitives Stillen: Einfach und entspannt – Dem eigenen Gefühl vertrauen – Die Beziehung zum Baby stärken sowie der Onlinekurs der Autorin sehr geholfen. Seitdem stillen wir ohne Hütchen, ohne Schmerzen und ohne absehbarem Ende. Trotz Kitastart, trotz Arbeit, trotz 2. Geburtstag.

2 Kommentare - Sei der Nächste

  1. Es ist immer beruhigend zu lesen das es anderen aehnlich geht. Ich hatte am Anfang auch lange gekaempft mit wunden Brustwarzen, Milchstau und Brustdruesenentzuendung.aber wir haben es geschafft die ersten Monate ausschliesslich zu stillen und nun stille ich meinen Sohn mit 2 Jahren abends und morgens und wenn er krank ist auch oefters immer noch.Er schlaeft aber trotzdem mitleerweile oft dzrch . ganz liebe gruesse

    • Liebe Angela,
      leider ist die Mail, die mich über deinen Kommentar benachrichtigen sollte, im Spam-Ordner gelandet, so dass ich heute erst davon erfahren hab! Das tut mir sehr leid, aber ich freue mich total darüber, von deinen Erfahrungen zu lesen!! Vor allem, dass dein Sohn mittlerweile oft durchschläft, lässt mich hoffen 😉
      Liebe Grüße zurück!
      Julia

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